Hornissenseminar 2019

Dr. Pia Aumeier vermittelte wieder fundiertes Wissen über Wespen, Wildbienen, Schmarotzer und Nachahmer. (Foto: NABU Oberberg)
Dr. Pia Aumeier vermittelte wieder fundiertes Wissen über Wespen, Wildbienen, Schmarotzer und Nachahmer. (Foto: NABU Oberberg)

Seminar für Wespen- und Hornissen-Berater in Wipperfeld am 2.11.2019 -

90 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet 

 90 Teilnehmer kamen am Samstag, dem 2.11.2019 in Wipperfeld zum „Seminar zur fachgerechten Beratung und Umsiedlung bei Problemen mit Wespen- und Hornissenvölkern“ zusammen. Einmal mehr hatten Bienenzuchtverein Bechen, Imkerverband Rheinland und NABU Oberberg namhafte Referenten zu diesem nun schon traditionellen Fachseminar gewinnen können:

 Peter Tauchert ist Berufsfeuerwehrmann und widmet sich seit Jahrzehnten der Beratung und - falls nötig - der Umsiedlung von Hornissen- und Wespen-Völkern. Dr. Pia Aumeier ist Imkerin und Wissenschaftlerin und befasst sich ebenfalls seit Langem mit Insekten, die stechen können.

 Die Fähigkeit zum Stechen hat insbesondere den Wespen einen schlechten Ruf eingetragen und den Hornissen gar den Leumund als gefährlich. Viele Menschen haben deshalb teils panische Angst vor Hornissen und Wespen: Ein Konflikt zwischen Mensch und Tier, der sich bei kompetenter Beratung meist auflösen lässt.

Für solche Beratung die Grundlage zu legen, war Ziel des Seminars in Wipperfeld.

 Die Mehrzahl der Teilnehmer waren Imker; aber auch Naturschützer, Feuerwehrleute und Vertreter von Naturschutzbehörden nahmen teil. Dabei konnten wieder einmal Teilnehmer aus ganz NRW und weit darüber hinaus begrüßt werden: Auch aus Luxemburg, Sachsen und Hamburg waren Interessierte nach Wipperfeld gekommen.

 Das Seminar spannte einen weiten Bogen vom Grundlagenwissen bis zu praktischen Tipps der Umsiedlung von Wespen-Völkern: 

Peter Tauchert ist Berufsfeuerwehrmann. Die Begeisterung für Wespen hat ihn zu einem erfahrenen Berater gemacht. (Foto: NABU Oberberg)
Peter Tauchert ist Berufsfeuerwehrmann. Die Begeisterung für Wespen hat ihn zu einem erfahrenen Berater gemacht. (Foto: NABU Oberberg)

Die Biologin Dr. Pia Aumeier vermittelte Grundlagenwissen über Bienen und Wespen. Auch ihre Nachahmer wurden behandelt: Schwebfliegen z.B. sehen täuschend ähnlich aus, können aber gar nicht stechen. Die Lebensweise von Wildbienen und der verschiedenen Wespen-Gruppen wurden ebenso behandelt, wie ihre Rolle im Natur-Haushalt. Auch auf die unterschiedlichen Lebens-Modelle der Arten wurde eingegangen: Einige Wespen-Arten beenden schon Ende August ihren Lebenszyklus als Insekten-Volk, andere können bis in den Oktober überdauern.

 Intensiv diskutiert wurde die Frage, ob Wespen und Hornissen für Honigbienen gefährlich sind. Nein – so das Votum der Referenten, bei guter Betreuung durch fachkundige Imker besteht kein Risiko.

 Besonderer Wert wurde auf die Bestimmung der verschiedenen Wespen-Arten gelegt, denn nicht jede Wespe ist gefährlich. Also kommt es bei der Beratung hilfesuchender Menschen zuerst darauf an, die Art sicher zu bestimmen. Pia Aumeier und Peter Tauchert erläuterten die teils diffizilen Bestimmungs-Merkmale. Die Seminar-Teilnehmer hatten dann ausführlich Gelegenheit, Insekten-Präparate unter der Binokular-Lupe selbst unter Anleitung zu bestimmen.

 Auch die Mittagspause war ausgefüllt: Angelika Leistikow vom „Arbeitskreis Hornissenschutz“ des NABU Oberberg und Vorstandsmitglied im Bienenzuchtverein Bechen berichtete Wissenswertes über Hummeln. Hummeln sind zwar allseits beliebt, aber ihre Bestände gehen dennoch mangels geeigneter Nistplätze und Nahrungsarmut in der Landschaft zurück. Angelika Leistikow gab Tipps, wie man Hummeln helfen kann.

 Dieses Seminar, das in dieser Form nun bereits zum sechsten Mal stattfindet, soll angehende Wespen-Berater dazu anleiten, hilfesuchenden Menschen zu helfen, die Sorge vor Wespen-Nestern im häuslichen Umfeld haben. Denn immer noch werden die nützlichen und in der Natur wichtigen Insekten oft grundlos und mit erheblichem Gift-Einsatz vernichtet. Eine fachkundige Beratung kann aber den Konflikt zwischen Mensch und Insekt sehr oft lösen. Nur in heiklen Fällen muss überhaupt eine Umsiedlung eines Wespen-Volks in Erwägung gezogen werden.

 Sowohl zur Beratung, als auch zur Umsiedlung benötigen angehende Wespen-Fachleute praktische Tipps und die vermittelte Peter Tauchert. Wie führt man ein Beratungsgespräch richtig? Welche Maßnahmen können den Konflikt zwischen Wespen-Nestern und Menschen oft ohne viel Aufwand entschärfen? Und wie sollten Wespen- und Hornissen-Völker umgesiedelt werden? Peter Tauchert schöpft hier aus seiner langen praktischen Erfahrung und kann zahlreiche Tricks für die Praxis weitergeben, die im praktischen Teil – mit Spezial-Sauger und Umsiedlungs-Kästen demonstriert wurden.

 Fast acht Stunden geballtes Fachwissen – einige Teilnehmer waren nach diesem Seminar „platt“, aber zufrieden über das neu Gelernte. Wir hoffen, dass viele Teilnehmer ihr neues Wissen nun in den Dienst für Menschen und Insekt stellen werden. Denn Wespen und Hornissen können meist gut zusammen mit dem Menschen leben. Und in den seltenen kritischen Fällen ist eine fachkundige Umsiedlung der richtige Weg zur Konfliktvermeidung.

 Bei Dr. Pia Aumeier und Peter Tauchert bedanken wir uns einmal mehr für ein tolles Seminar mit ganz viel Fachkompetenz, praktischer Erfahrungs-Vermittlung und vollem Einsatz!

 Für das nächste Jahr planen wir erneut ein solches Seminar und hoffen auf ebenso guten Zuspruch. 

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