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Die Klimakrise ist die größte politische Herausforderung in diesem Jahrhundert.

Prof. Uwe Leprich fand deutliche Worte ( Nove)
Prof. Uwe Leprich fand deutliche Worte ( Nove)

Es ist bereits „5 nach 12”, es gilt jedoch, „10 nach 12” zu verhindern.

So lautete der Tenor von Prof. Dr. Uwe Leperich zum Klimawandel.

Über 70 Besucher waren der Einladung zu der Jubiläumsfeier „25 Jahre NOVE” gefolgt und hörten interessiert dem Vortrag von Prof. Leprich zu.

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Manfred Blumberg, berichtete der Arzt Dr. Berndt Otte aus Wipperfürth, über die Stiftung „Bampangi ya mono” (übersetzt heißt dies: „meine Brüder”) im Kongo.

Dr. Berndt Otte und seine Frau Ursula waren ab Oktober 1982 für mehrere Jahre als Entwicklungshelfer im Missionskrankenhaus in Vanga im Staat Zaire, dem heutigen Kongo, tätig. Was bei uns selbstverständlich ist, nämlich 24 Stunden Strom, ist und war im Krankenhaus Vanga im Kongo keine Selbstverständlichkeit. Schon sehr früh hat Dr.Otte nach Alternativen für die Stromversorgung gesucht. Sehr gut dazu eignet sich die Photovoltaik. Mit Unterstützung vom Verein NOVE e.V. wurden in der Vergangenheit mehrere Photovoltaikanlagen für die Stromversorgung des Krankenhauses installiert.

 

Interessierte Zuhörer (Nove)
Interessierte Zuhörer (Nove)

 Danach sprach als Hauptredner Prof. Leprich von der

„Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes”.

Prof. Leprich ist Energie, - Umwelt - und Wirtschaftswissenschaftler. Leprich wurde 1959 in Ostwestfalen geboren, gehörte von 2001 bis 2002 als sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Nachhaltige Energieversorgung” des Deutschen Bundestages an. Von 2016 bis 2018 war Prof. Leprich Abteilungsleiter der Abteilung „Klimaschutz und Energie” des Umweltbundesamtes. In seinem Vortrag zeigte Leprich anhand von Diagrammen die Entwicklung der globalen Erwärmung im Zusammenhang mit der CO2-Emission. Besonders hob er dabei auch den Anstieg des Meeresspiegel hervor. Aktuelle Prognosen gingen von einem Anstieg von einem Meter bis zum Jahr 2100 aus, so Leprich. Dies hätte zur Folge, dass Millionenstädte wie Osaka, Miami oder Shanghai bis 2070 von der Karte verschwinden würden. Anhand einer Folie zeigte Prof. Leprich auf, welche Auswirkungen der Meerespiegelanstieg im Nildelta bedeutet. In einer Studie von Dr. Hans Günter Brauch „Klimawandel, Umweltstress und Konflikt”, die dür das BMU erstellt wurde, würde ein Anstieg des Meeresspiegels um 50 cm im Nildelta bis zum Jahr 2050 eine Umsiedlung von über 2 Millionen auslösen.

 

 

Die Klimakrise ist die größte politische Herausforderung in diesem Jahrhundert so lautet der Tenor von Leprich. Es ist bereits „5 nach 12”, es gilt jedoch, „10 nach 12” zu verhindern. Deutschland war einmal ein Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Diese Zeiten sind allerdings leider vorbei. Es mangelt nicht an Ratschlägen, es mangelt allerdings an Taten so war sein Fazit. Auch bemängelte er ein Politikversagen und dass es an klaren Regeln noch fehlt. Es darf und kann nicht sein, wenn am Ende der Verbraucher alles regeln soll.

 

 

 

Nicht der einzelne entscheidet, so sein Plädoyer:

  • in welchen Kraftwerken sein Strom produziert wird

  • wieviel Sprit Autos im Schnitt verbrauchen

  • wie schnell wir auf den Straßen fahren dürfen

  • wie wettbewerbsfähig die Deutsche Bundesbahn ist

  • wie autogerecht Städte geplant werden

  • wie billig Flugreisen sind

  • welche Qualität unser Fleisch hat und wie unsere Tiere gehalten werden

  • mit welchen Umweltschädigungen die Landwirtschaft produziert.

 

Diese Aussagen decken sich mit den Aussagen von Dr. Michael Kopatz vom Wuppertal Institut. Kopatz hatte am 29. Januar 2020 im Paul-Schneider-Haus in Wiehl-Oberwiehl in seinem Vortrag „Wenn Moral nicht genügt – braucht es neue Regeln?” ähnlich argumentiert.

Da es sich um eine Jubliäumsveranstaltung handelte, sollte trotz der ernsten Worte von Leprich auch eine gewisse Kurzweiligkeit für den Abend nicht fehlen. Dies wurde durch den Auftritt der Gruppe „Kurtzweyl und Freunde” gewährleistet. Mit passenden Musikeinlagen wurde das Publikum begeistert und auch aufgefordert, bei einem Musikstück sich aktiv zu beteiligen.

Am Ende der offiziellen Veranstaltung gab es noch die Gelegenheit, bei einem kleinen Imbiss und einem Getränk die Unterhaltung fortzuführen. Für die Veranstaltung hatte NOVE e.V. darauf geachtet, dass der Imbiss aus regionalen Quellen kam. Auch die Getränke waren aus der Region.

Am Ende der Veranstaltung wurde um eine Spende für die Stiftung

„Bampangi ya mono” gebeten. Insgesamt kam dabei eine Summe von 300 € zusammen.

Auch die Bergische Landeszeitung berichtete über die NOVE-Veranstaltung. PS.: Der Verein NOVE ist Gründungsmitglied des „Klimabündnis Oberberg”. Zum „Klimabündnis Oberberg” gehören der Verein NOVE e.V. die lokalen Naturschutzverbände NABU, BUND, RBN und der Evangelische Kirchenkreis An der Agger.

 

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