Wanderung durch Klause V

Rainer Ufer erläuterte die vielfältigen "Ökosystem-Leistungen" des Waldes (NABU O)
Rainer Ufer erläuterte die vielfältigen "Ökosystem-Leistungen" des Waldes (NABU O)

Trotz regnerischem und kühlen Wetter – fast 50 Teilnehmer versammelten sich am 5. Mai um 10:00 zu einer Wanderung durch den Klauser Wald, der von der Gewerbegebietserweiterung bedroht ist.

Eingeladen hatte die „Interkommunale Interessengemeinschaft für den Erhalt des Waldgebiets Klause V“, um deutlich zu machen, welchen Wert solch ein Waldgebiet für den Wasserhaushalt, das Landschaftsbild, die Ökologie und den Klimaschutz hat. Auf die Leistungen eines Waldes einmal mehr hinzuweisen scheint nötig: Denn die Politik plant Enteignungen, die nur zulässig sind zur Durchsetzung von Allgemeinwohlinteressen. Bei der „Wanderung für das Allgemeinwohl“ wollte die Interessengemeinschaft zeigen, was dem Allgemeinwohl wirklich dient, nämlich ein intaktes Waldgebiet!

Steinbrüche sind vielfältige Lebensräume für spezialisierte Arten ( NABU TMC)
Steinbrüche sind vielfältige Lebensräume für spezialisierte Arten ( NABU TMC)

Rainer Ufer und Michael Gerhard vom NABU zeigten der Wandergruppe u.a. die artenreichen Laubwälder und den Steinbruchbereich, mit seinen spezialisierten Pflanzen. „Wälder sind die größte Photovoltaik-Anlage der Welt – wir alle hängen von ihren Produkten ab – besonders vom Sauerstoff!“ verdeutlichte R. Ufer eine der „Ökosystem-Leistungen“ des Waldökosystems.

Im Steinbruch inmitten des Waldgebietes liegen nasse und extrem trockene Lebensräume nur wenige Meter voneinander entfernt – eine Folge der kaum vorhersagbaren Grundwasser-Ströme. Und über die Folgen des geplanten Baugebiets für Grundwasser und Bäche wurde intensiv diskutiert. Anwohner berichteten über versiegte Brunnen schon wegen kleiner Bauarbeiten. Da drängt sich auf, dass das geplante große Baugebiet massiv in den Wasserhaushalt eingreifen wird, mit Austrocknung des Horpebaches einerseits und viel zuviel Wasser im Weyerbach. Ohne Wasserspeicherung durch den Wald und bei den zukünftig allgemein erwarteten Extrem-Regen waren sich viele Wanderer sicher: Die Gewerbegebietsplanung wird früher oder später zu Überschwemmungen bis ins Zentrum von Lindlar führen.

Insekten zeigten sich am 5. Mai (bei weniger als 10°C) nicht, aber die artenreiche Schmetterlings-Fauna des Klauser Waldes war dennoch Thema bei der Wanderung. Deutlich über 50 Schmetterlingsarten der Roten Listen und Vorwarnliste kommen im Klauser Wald vor, was die Erwartungen der Fachleute erheblich übertrifft. Die bisherige Gewerbegebietsplanung unterschätzt die ökologische Bedeutung dieses Waldgebietes deutlich.

Am Ende der 2-stündigen Wanderung war eines klar: Artenvielfalt, Landschaftsbild, Wasserhaushalt und Klima-Schutz: Der Klauser Wald liefert heute sehr viel für das Allgemeinwohl. Leistungen, die unterschätzt werden. Sonst würde im Lindlarer Gemeinderat über das Gewerbegebietsprojekt sicher ganz anders diskutiert!

 

 

 

 

 

Die nächste Wanderung durch den Klauser Wald soll im Juni 2019 stattfinden – dann hoffentlich bei angenehmerem Wetter.

 

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