Stunde der Wintervögel 4.-6. Januar

Werden bei der diesjährigen Stunde der Wintervögel vielleicht mehr Bachstelzen gezählt als im vergangenen Winter? (Foto: Klaus Mühlmann)
Werden bei der diesjährigen Stunde der Wintervögel vielleicht mehr Bachstelzen gezählt als im vergangenen Winter? (Foto: Klaus Mühlmann)

Stunde der Wintervögel am Wochenende vom 4. bis 6. Januar 2019 – bundesweite Zählaktion für Jedermann auch im Oberbergischen

Vom 4. bis zum 6. Januar findet erneut die Stunde der Wintervögel statt, dieses Jahr zum neunten Mal. Auch oberbergische Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen in ihrem Garten, auf dem Balkon oder im Park innerhalb einer Stunde alle Vögel zu zählen und an den NABU zu melden. Die Beobachtungen können mit dem Online-Meldeformular oder mit der App gemeldet werden, alle nötigen Informationen sind auf der folgenden Website zu finden:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/mitmachen/index.html

Der NABU Oberberg erwartet aus den Ergebnissen dieser “Bürger-Wissenschafts-Aktion” auch dieses Jahr wieder Antworten auf interessante vogelkundliche Fragen. Und: Je mehr Oberberger mitmachen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse!

Hier unsere Fragen:

1.         2018 wird als ein sehr warmes und sehr trockenes Jahr in die Geschichte eingehen - auch die Wintermonate 2018 waren eher zu warm - also ein Vorbote des kommenden Klimawandels! Aber viele oberbergische Wintervögel stammen ja gar nicht aus dem Oberbergischen, sondern kommen aus nördlichen Gefilden, wie Skandinavien oder Russland zu uns zur Überwinterung. In Helsinki oder Moskau ist es gerade aber eher durchschnittlich warm - will sagen: da ist es eben so kalt, wie eben um diese Jahreszeit normal.

 Frage: Werden wir diesen Winter mehr oder weniger Wintergäste aus dem Norden im Oberbergischen beobachten können als in den Vorjahren?

 Z.B. der Bergfink: Dieser Brutvogel nördlicher Breiten wurde bei den oberbergischen Wintervogelzählungen seit Januar 2015 immer seltener beobachtet. Im letzten Januar nur noch 28 Vögel. Wie wird es bei der kommenden Zählung für den Januar 2019 sein?

 

2.         Im Gegenzug könnte das lange Zeit zu warme oberbergische Wetter Vögel, die eigentlich gen Süden ziehen, zum Hierbleiben ermuntern. Im Brutgebiet zu überwintern, kann Vorteile bringen: man findet im nächsten Frühjahr besonders schnell einen Fortpflanzungs-Partner und einen Nistplatz und kann früh mit der Brut beginnen. Bei zu kaltem Winter kann ein Überwinterungsversuch aber auch den Tod bringen.

 Wie sieht es z.B. mit der Bachstelze aus, die eigentlich in Frankreich oder Spanien überwintert? Natürlich versuchen nicht alle Bachstelzen eine Überwinterung, aber bei der Stunde der Wintervögel im Januar 2018 wurden im Oberbergischen immerhin 14 gezählt - soviel wie noch nie seit Beginn der Stunde der Wintervögel!

 Frage: Werden es bei dieser Zählung mehr oder weniger sein? Bahnt sich etwa eine Tradition zur Überwinterung bei den Bachstelzen an?

 

3.         Der Kolkrabe war noch vor 20 Jahren eine Sensation für oberbergische Vogelkundler. Heute ist dieser schlaue und imposante Vogel im Oberbergischen zwar immer noch selten, aber verbreitet. An vielen Stellen im Kreisgebiet kann ein aufmerksamer Vogelfreund heutzutage Kolkraben hören. Sehen tut man sie weit seltener, denn Kolkraben achten auf Privatsphäre: Wenn sie nicht gesehen werden wollen, dann sieht man sie auch nicht!

 Bei der letzten Stunde der Wintervögel (SdW) im Januar 2018 wurden aber 21 Kolkraben gezählt, ebenso bei den SdW-Zählungen in 2014, 2015 und 2017. Wenn das nicht alles Verwechslungen mit den allgegenwärtigen Rabenkrähen waren, dann gibt es heute etliche Kolkraben im Oberbergischen. Und sie ziehen normalerweise im Winter auch nicht weg aus ihrem Brutgebiet.

 Frage: Wie wird es diesen Januar aussehen: Hat sich der Kolkraben-Bestand im Oberbergischen erweitert oder bleibt er stabil?

 

Bis zum 15. Januar können die Daten gemeldet werden und wir sind auf die diesjährigen Ergebnisse schon gespannt!

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