
Deutlich mehr Teilnehmer, aber besorgniserregende Trends im Oberbergischen Kreis
Nach Ablauf des Meldezeitraums zur Stunde der Wintervögel 2026 zeigt sich im Oberbergischen Kreis zunächst eine ausgesprochen positive Entwicklung: Sowohl die Zahl der Teilnehmenden als auch die gemeldeten Vogelbeobachtungen sind deutlich gestiegen. Während im Jahr 2024 insgesamt 415 Personen rund 11.635 Vögel zählten, beteiligten sich 2026 bereits über 500 Vogelbegeisterte, die gemeinsam mehr als 15.100 Vögel registrierten.
Trotz dieser erfreulichen Beteiligung liefern die Ergebnisse der diesjährigen Zählung jedoch ein gemischtes Bild – sowohl im Bundesdurchschnitt als auch im Oberbergischen Kreis sind Rückgänge bei mehreren häufigen Arten festzustellen. Besonders betroffen ist der Haussperling: Seine Beobachtungen gingen im Vergleich zu 2021 um nahezu 40 % zurück. Ein ähnlicher Trend zeigt sich beim Feldsperling.
Während Sichtungen von Blaumeisen und Kohlmeisen weitgehend stabil blieben und Amseln sogar etwas häufiger gemeldet wurden, nahmen die Beobachtungen von Gimpeln, Stieglitzen, Grünfinken und vor allem Kernbeißern deutlich ab.
Ein erfreuliches Phänomen ist hingegen die Zunahme des Wintergoldhähnchens, des kleinsten Vogels Europas. Die Art profitiert von strukturreichen Nadel- und Mischwäldern und wurde in diesem Jahr aufgrund der kälteren Witterung vermehrt auch in Gärten gesichtet.
Diese regionalen Entwicklungen spiegeln den landesweiten Trend wider: In Nordrhein-Westfalen wurde der Haussperling insgesamt seltener beobachtet als im Vorjahr und liegt nun hinter Kohlmeise und Blaumeise auf Platz drei der häufigsten Arten.
Besorgniserregend ist zudem der Rückgang der durchschnittlich pro Garten beobachteten Vögel. Zu Beginn der Zählaktion wurden in Nordrhein-Westfalen im Mittel rund 40 Vögel pro Garten erfasst, heute sind es nur noch knapp 30 – der niedrigste Wert seit 16 Jahren.
„Ist der Rückgang einzelner Arten schon erschreckend genug, bereitet diese Entwicklung noch größere Sorge“, erklärt Christian Chwallek, Sprecher des Landesfachausschusses Ornithologie im NABU NRW.
Nur ein intensiver und nachhaltiger Erhalt einer artenreichen Landschaft sowie die naturnahe Gestaltung unserer privaten Gärten kann diesen Trend aufhalten. (dh)

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