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Nasser Herbst sorgt für mehr Lachs-Rückkehrer

Meerforelle deren Reise an Ehrenshoven I zu Ende war (stolzenb)
Meerforelle deren Reise an Ehrenshoven I zu Ende war (stolzenb)

"Auch in Oberberg?" Frage an Friedrich Meyer vom  Wassernetz NRW.

Nasser Herbst sorgt für mehr Lachs-Rückkehrer

Unter dieser Überschrift hat heute das Landesamt für Natur Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin wird hingewiesen auf die dieses Jahr niederschlagsbedingt guten Rückkehrbedingungen für den Lachs, der in NRW in den Flusseinzugsgebieten von Sieg, Wupper und Rur zieht, um hier zu laichen. Das LANUV weist darauf hin: "Damit sich die Lachsbestände in Nordrhein-Westfalen aus eigener Kraft erhalten können, müssen die Laichgewässer über weite Strecken in einen guten und für die Fische passierbaren Zustand sein. Aktuell ist jedoch ein erheblicher Teil des Laichhabitats vom Meer aus nicht erreichbar, da auch in NRW an einigen Stellen Wehre und Wasserkraftanlagen einen sicheren Aufstieg verhindern."

Wehranlage bei Engelskirchen Ohl Grünscheid ( fmye
Wehranlage bei Engelskirchen Ohl Grünscheid ( fmye

 

Die Feststellung des LANUV bezieht sich genau auf das Problem an der oberen Agger, ab der Kreisgrenze zum Oberbergischen Kreis in Engelskirchen. Die Lachse kommen entweder bis zur Wasserkraftanlage Ehreshoven II oder, wenn sie in das alte Aggerbett schwimmen, bis zum Wehr Ehreshoven I. Das Problem im alten Aggerbett besteht darin, dass wegen der immer noch nicht von der Bezirksregierung Köln festgelegten Mindestwassermenge zu viel Wasser für die Wasserkraftanlagen abgezweigt wird, so dass die Lachse diese 2,6 km Strecke nicht durchschwimmen können. Bei genügendem Wasser wäre die alte Agger ein hervorragender Lebensraum zum Laichen und für die Kinderstube der Lachse.

 

Nach Wasserhaushaltsgesetz und dem Bewirtschaftungsplan NRW muss die Agger durchgängig gemacht werden für Organismen und, wie von der Bundesregierung dieses Jahr in der Nationalen Wasserstrategie klargestellt wurde, auch für Sedimente. Dies würde bei einem Bau von Fischtreppen zu einem finanziellen Aufwand führen, der nicht darstellbar ist. Mit dem Rückbau des Wehrs Ehreshoven I könnten die Fische wieder durch die renaturierte Aggeraue Ohl-Grünscheid bis Haus Ley in Ründeroth und in die Leppe schwimmen. Der von der LANUV geforderte gute Zustand wäre hier wieder hergestellt. Friedrich Meyer, Wassernetz NRW Flussgebietskoordinator für die Agger, stellt deshalb fest: "Strom aus regenerativer Energie, den wir dringend brauchen, ist an anderer Stelle effektiver und kostengünstiger herzustellen. Deshalb müssen die Anlagen zurückgebaut werden, nicht nur weil in einer natürlich fließenden Agger der Lachs wieder heimisch wird, sondern weil klimaschädliche Methanemissionen aus den Stauanlagen vermieden und die dann zurückgewonnenen Auen auf den niedergelegten Stauanlagen CO2 binden. Außerdem ließen sich neue Retentionsräume zur Bewältigung von Hochwässern gewinnen. An der Agger ist der natürlicher Klimaschutz dem technischen Klimaschutz mittels der Gewinnung von Strom aus Wasserkraft vorzuziehen.

 

Die Landesregierung ist überfällig mit der Vorlage einer Strategie für die Agger, die sämtliche Aspekte in der Klimakrise beachtet. Sie muss mit dem Betreiber, den Aggerkraftwerken GmbH & Co.KG, in Verhandlungen treten. " so das Fazit von F. Meyer

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