Willkommen Wolf ?

 „Willkommen Wolf“ - Markus Bathen, NABU-Wolfs-Fachmann, traf am 13. November in der „Dorfschänke“ in Wipperfürth-Agathaberg auf Wolfs-Freunde und Wolfs-Skeptiker

 

Mit über 50 Zuhörern hatte der NABU nicht gerechnet. Schließlich steht der Wolf noch nicht vor Oberbergs Toren. „Er könnte aber schnell da sein!“ machte Markus Bathen, der bundesweit renommierte Wolfs-Fachmann des NABU klar. „Wölfe können schnell weite Strecken überwinden. 50 km pro Tag sind üblich.“ Das erfreute nicht jeden Zuhörer: Mancher war skeptisch, ob nicht Wölfe die Rehwild-Population über Gebühr bejagen oder gar die Siedlungen heimsuchen würden, wenn sie erst hier sind.

Markus Bathen, ausgebildeter Förster, der in der sächsischen Lausitz das Wolfs-Projekt des NABU betreut, gab Entwarnung. In der Lausitz, wo einige Rudel beheimatet sind, sind die Wölfe unauffällig, werden von Menschen kaum je beobachtet und haben den Wildbestand nicht dezimiert. Wildlebende Wölfe meiden den Menschen, können aber in der Kulturlandschaft durchaus überleben.

Konflikte bestehen insbesondere mit der Schafhaltung, für die Abwehrkonzepte, wie spezielle Weidezäune und Herdenschutzhunde nötig sind. Ebenso wie ein Ausgleich der Schäden. Die oberbergische Schäferin Karin Viesteg und Markus Bathen waren sich einig, dass die Rückkehr des Wolfes nicht auf dem Rücken der wenigen Schäfer ausgetragen werden darf. Auch der NABU Oberberg sieht hier das Land NRW in der Pflicht für einen fairen Ausgleich etwaiger zukünftiger Schäden.

 

Kritiker und Freunde des Wolfes waren von weit her nach Agathaberg angereist: ein Wolfs-Skeptiker aus dem Siegtal befürchtete, dass Wölfe demnächst Komposthaufen in den Ortschaften heimsuchen. Wolfsfreunde aus Düsseldorf sahen es ganz anders. Der Wolf polarisiert eben wie kein anderes Wildtier!

 

Zurück zur Frage vom Anfang: Ob der Wolf das Oberbergische überhaupt besiedeln kann, blieb strittig: Einige Besucher des Vortrags hielten es für sehr wahrscheinlich, dass Wölfe auch in der Oberbergischen Kulturlandschaft mit all ihren Straßen überleben können, aber Markus Bathen präsentierte eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz, wonach die Wahrscheinlichkeit im Oberbergischen eher gering ist. Die Zukunft wird zeigen, ob Oberberg „Wolfs-Erwartungsland“ ist. Für den NABU Oberberg bleibt der Wolf so oder so ein Thema. Alle paar Jahre wollen wir zukünftig über die aktuelle Situation berichten. Und dabei um Akzeptanz für ein scheues Wildtier werben, mit dem freilich nicht jeder „gut Freund“ ist.

 

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