Oberberberg darf kein Dorado für halblegale Sportarten werden

Offroad Parcours im Schutzgebiet
Offroad Parcours im Schutzgebiet

Kein Offroad Rummel im Engelskirchener Schutzgebiet

Stift Ehreshoven hat in seinen Wäldern in Engelskirchen seit Jahren und fast unbemerkt einen Offroad–Parcours mit allen Schikanen eingerichtet, der Extrem-Fahrspaß garantieren soll „Bis die Scheibe riss“ (OVZ 7.8.2013). Egal ob VW hier seine Offroad-Modelle vorführt oder die Profis von Schalke 04 ihre Grenzerfahrung verlebten – die Veranstaltungen waren im Landschaftsschutzgebiet, das Natur und Erholungssuchenden gewidmet ist, schlicht illegal.

Schlammdurchfahrt
Schlammdurchfahrt

Jahrelang ist die „motorisierte Grenzerfahrung“ im Landschaftsschutzgebiet unbemerkt geblieben oder wurde stillschweigend geduldet. Nachdem der kommerzielle Betrieb der Offroadstrecke um die Jahreswende allgemein bekannt wurde, hat der Oberbergische Kreis eine Ordnungsverfügung gegen das Stift Ehreshoven verhängt, das darauf einen Antrag auf Befreiung von den Verboten des Landschaftsplans beantragte und mit langen Gutachten den angeblich unkritischen Standort ohne Belästigungen von Natur und Landschaft beweisen wollte. Wanderer sowie Natur- und Landschaftsschützer sehen das ganz anders: Der für das oberbergische zuständige Wanderverein wies auf mehrere Wanderrouten hin, die das Gebiet der Offroadstrecke queren und zukünftig faktisch unbrauchbar würden. Landschaftsschützer kritisieren die Vereinnahmung der Landschaft für kommerzielle Erlebnis-Events. Im Landschaftsbeirat des oberbergischen Kreises wurde der Befreiungsantrag des Stifts Ehreshoven sehr kontrovers diskutiert, aber zu einem Ergebnis kam es nicht, weil die Offroadstrecke als Baumaßnahme eingestuft wurde, die heute (und auch in der Vergangenheit) nicht den baurechtlichen Vorschriften entsprach, also schlicht eingestellt werden müsste! So der Stand Mitte Januar 2014.

Auszug aus dem LANUV Infosystem
Auszug aus dem LANUV Infosystem

Nun beschäftigt sich der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Engelskirchen in seiner nächsten Sitzung am 4.2. mit der Aufstellung einer Flächennutzungsplanänderung für die Offroadstrecke. Es geht darum, das Waldgebiet als Motorsport-Strecke per Bebauungsplan zu widmen. Der „Offroad-Spaß“ im Wandergebiet würde dann weiter gehen sollte die Umwidmung erfolgen. So ganz ohne ökologische Wert ist das angedachte Offroad-Gebiet aber gar nicht: Das Landesamt für Naturschutz (LANUV) weist 3 Flächen des Biotopkatasters aus, die von der Strecke berührt oder zerschnitten werden und zudem grenzt das Naturschutzgebiet „Aggeraue Ehreshoven mit Weierberg“ unmittelbar an

"Wanderweg"?
"Wanderweg"?

Der NABU Oberberg ist wegen der Beratungen des Engelskirchener Ausschusses besorgt: „Keiner behauptet, dass diese Waldflächen das ökologische Kleinod schlechthin sind.“ so Michael Gerhard vom Vorstand des NABU Oberberg. „Aber auch normale Wälder und Siefen verdienen Schutz vor Lärm und Allradfahrzeugen!“ Für besonders kritisch hält der NABU Oberberg die Vorbildfunktion dieser Planungsidee. „Wenn in Engelskirchen ganz offiziell Offroad in oder in Nachbarschaft von Schutzgebieten gefahren werden darf, dann ist auch im Rest des Kreises kein Wanderer und kein Wildtier mehr vor weiteren illegalen oder halblegalen Offroad-Fahrern sicher. Die können dann alle auf das Engelskirchener Beispiel zeigen, das ja auch halblegal angefangen hat. Das werden wir nicht mittragen!“ sagt Michael Gerhard. Der NABU fordert vom Engelskirchener Rat und seinem Planungs- und Umweltausschuss dem Vorhaben jetzt endlich nach Jahren des Wegsehens und der Duldung eine Abfuhr zu erteilen – gleich in der Sitzung am 4.2.! Und das Stift Ehreshoven ist gut beraten die Offroad-Strecke als „eigentlich unerwartete Nebeneinnahme“ zu verbuchen und sich seinen eigentlichen Aufgaben zu widmen. Oberbergs Landschaft ist nicht geeignet für Motorsport-Strecken, sondern sollte Wanderern und Natur-Erholungssuchenden vorbehalten bleiben – auch wenn mit Motorlärm und entsprechender „Action“ Geld zu verdienen ist!

BRENNNESSEL 2017

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