Stunde der Gartenvögel 2011

Amsel (Foto: NABU)
Amsel (Foto: NABU)

Positiv überrascht blickt der NABU Oberberg auf die „Stunde der Gartenvögel 2011“ zurück. Von den Tagen um den 15. Mai konnte jedermann Vögel zählen. „Der Reiz der Aktion ist gerade, dass Laien mitmachen bei einem Projekt, bei dem wir sehr wohl Wissenschaftlichkeit anstreben.“ sagt Tassilo Rau vom NABU Oberberg. Den Organisatoren ist klar, dass es hier und da auch mal eine Fehlbestimmung geben wird. Durch die Vielzahl der Zähler und die Kontrolle durch Fachleute gleicht sich das aber wieder aus. „Die Oberberger haben toll mitgemacht. 49 Zählstellen gab es 2011 im Kreisgebiet!“ Dabei wurden 1.744 Vögel gezählt. In ganz Deutschland waren es über 900.000 Vogelnachweise!

Häufigste Arten in Oberbergischen Gärten waren Haussperling, Amsel, Kohlmeise und Blaumeise. Fast wie auf Bundesebene, nur dass der Star im Bund auf dem 4. Platz liegt. Alle Spitzenreiter sind verbreitete Mitbewohner in den oberbergischen Ortschaften. Der Zieleinlauf kam also erwartet.

 

Über Bestandsveränderungen in der Vogelwelt kann die „Stunde der Gartenvögel“ auch für Profis interessante Daten liefern. Die Fachleute des NABU haben bei der Amsel Bestandsrückgänge erkannt und bringen das mit Trockenheit im Sommer in Zusammenhang. „Amseln fressen gern Regenwürmer. Die sind bei langen Trockenperioden wie jetzt tief im Boden und daher fürchten unsere Fachleute langfristig um die Amsel. Weil sich Trockenperioden ja in Zukunft häufen werden.“ gibt Sandra Hövel den Wissensstand wieder. 

 

Schwarzstörche (Foto: NABU)
Schwarzstörche (Foto: NABU)

Auch sonstige Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ lassen den NABU Oberberg sehnsüchtig in die Vergangenheit blicken: „Es gibt fast keine Hänflinge mehr! Dabei waren das vor 20 Jahren ganz typische Gartenvögel!“ sagt Michael Gerhard. „Dieser Art fehlt wohl schlicht das Samenangebot der Landschaft. In den Dörfern darf kein Wildkraut blühen und außerhalb des Dorfes herrscht Intensivstlandwirtschaft.“ 

 

Es gibt aber auch gute Nachrichten aus der Vogelwelt: „Acht Gartenrotschwänze wurden gezählt, das ist viel für den Vogel des Jahres!“ meint Sandra Hövel. „Auch Kolkraben und Schwarzstörche wurde nachgewiesen!

 

Einigen Nachweisen absoluter Seltenheiten in der Vogelwelt trauen die Vogelfreunde im NABU Oberberg aber nicht: „Ob wirklich Schwarzmilan, Heidelerche, Rotschenkel und Steinschmätzer im Mai im Oberbergischen  vorkommen? Hmm, das wären alles Sensationsbeobachtungen. Wir sind da doch etwas vorsichtig.“ sagt Hövel.

 

In der Summe ist der NABU Oberberg sehr zufrieden mit dem Projekt, das auch nächstes Jahr wiederholt werden soll. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Oberberger bei dieser Mitmachaktion jedes Jahr gestiegen. So soll es auch weitergehen. Der NABU hofft daher im nächsten Jahr auf mindestens 60 Gartenvogel-Beobachter!


http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/stundedergartenvoegel/ergebnisse/

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