Stunde der Gartenvögel 2016

Ein Trauerschnäpper (Foto: Reiner Jacobs)
Ein Trauerschnäpper (Foto: Reiner Jacobs)

Vom 13. bis zum 15. Mai findet die "Stunde der Gartenvögel" statt - die größte naturwissenschaftliche Mitmach-Aktion in Deutschland. Möglichst viele Menschen sollen in ihrem Garten eine Stunde lang die Vögel zählen. Große Vorbildung ist nicht nötig. Interesse an der Natur, ein einfaches Fernglas und vielleicht ein Blick ins Vogelbuch oder auf die Hilfsangebote auf der NABU-Internetseite reichen.

Der Stieglitz - Vogel des Jahres 2016 (Foto: Peter Kühn, NABU)
Der Stieglitz - Vogel des Jahres 2016 (Foto: Peter Kühn, NABU)

Je mehr Menschen mitmachen, desto bessere Ergebnisse über die Verbreitung der Vögel werden erzielt. Dabei geht es nicht nur um Seltenheiten, sondern auch um Einschätzungen der Bestandsentwicklung.

Wir zeigen auch diesmal wieder einige vogel-kundliche Fragen auf, die dieses Jahr besonders interessant sind. Vielleicht können die Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ ja bei der Beantwortung helfen.


Melden kann man die Vögel bis zum 23. Mai

1. per Internet

( https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/mitmachen/index.html ),

2. per Telefon unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1157-115 am 15. Mai von 10 bis 18 Uhr

3. oder per Post (NABU, Stunde der Gartenvögel, 10469 Berlin).

Für ungeübte Vogelfreunde empfiehlt sich ein Blick auf die Vogelportäts des NABU:

(https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/vogelportraets/index.html).

Ein Gartenrotschwanz (Foto: Reiner Jacobs)
Ein Gartenrotschwanz (Foto: Reiner Jacobs)

Dieses Jahr sind folgende Fragen für die Vogelkunde besonders interessant:

1.) Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper und Grauschnäpper machen den Vogelschützern seit Langem Sorgen. Alle drei wurden früher verbreitet in den Siedlungen auch im Oberbergischen festgestellt: Gartenrotschwanz und Trauerschnäpper brüten in Nistkästen; Grauschnäpper gerne in Nischen an Häusern. Und alle drei Arten sind Zugvögel, die in den Savannen Afrikas südlich der Sahara überwintern. Dort lauern viele Gefahren auf die Vögel: Dürre durch den Klimawandel bis hin zur Wüstenbildung in ihren angestammten Winterlebensräumen und großflächiger Einsatz von Insektenvernichtungs-mitteln. Seit Langem fürchten Vogelkundler deshalb um diese und andere „Weitstrecken-zieher“. Und in diesem Jahr kommt ein weiteres Problem hinzu: Das Frühjahr war bis vor Kurzem viel zu kalt und auch die Pfingst-Tage versprechen wieder kühl zu werden. Eigentlich müssten Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper und Grauschnäpper längst im Oberbergischen sein und mit der Balz und Reviergründung (wenn auch noch nicht mit der Brut) begonnen haben. Aber sie bleiben bisher mit Ausnahme einzelner Vorboten aus! Was ist geschehen? Hat die Kälteperiode den Heimzug der Weitstrecken-Zieher verlangsamt? Oder hat es eine schlechte Überwinterungs-Zeit südlich der Sahara gegeben? Die Ursache für ein etwaiges Ausbleiben der Weitstreckenzieher können wir im Oberbergischen nicht klären. Aber wir können feststellen, ob Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper und Grauschnäpper tatsächlich seltener erscheinen in diesem Jahr. Das wäre ein wichtiger Baustein zur Vogelzug-Forschung.

Aber Vorsicht: Die drei Arten sind nicht ganz leicht zu erkennen. Gartenrotschwänze können mit den allgegenwärtigen Hausrotschwänzen oder mit Rotkehlchen verwechselt werden und Trauer- und Grauschnäpper halten sich meist in hohen Bäumen auf und sind zudem nur von geübten Vogelfreunden zu erkennen. Dennoch: Jede sichere Meldung hilft!

 

2.) Sorgenkind der Naturschützer ist auch der Bluthänfling: Noch vor 30 Jahren war der Fink, der sich von Samen ernährt, in den Siedlungen weit verbreitet. Besonders von Koniferen und Zier-Rasen dominierte Vorgarten-Siedlungen in Neubaugebieten wurden regelmäßig besiedelt. Bluthänflinge waren damals nicht selten. Aber wo sind die Finken heute? Vogelkundler stellen einen anhaltenden Bestandseinbruch fest und rätseln über die Ursachen: Pestizide? Artenarmut bei Unkräutern in den Siedlungen? Wie sieht es 2016 aus?

 

3.) Und besonderes Augenmerk gilt natürlich auch dem diesjährigen „Vogel des Jahres“, dem Stieglitz. 2015 wurden vergleichsweise sehr viele Stieglitze (oder Distelfinken) bei der Stunde der Gartenvögel im Oberbergischen festgestellt. Konnte der Stieglitz das für eine starke Population in 2016, in seinem Jahresvogel-Jahr, nutzen?

 

Auf Antworten zu diesen Fragestellungen sind wir gespannt. Vielleicht können die Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ dazu beitragen.

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